Gehölzschnitt im Winter

Pflegeschnitt für alte Obstgehölze

Schnittkurs am 11.2.2012

 

Viele Interessierte hatten sich bei strahlendem Sonnenschein trotz der frostigen Temperaturen in Berghausen zum Pflegekurs für alte Obstgehölze eingefunden.

Referent Jürgen Pompe erläuterte zu Anfang das erforderliche theoretische Wissen anhand von anschaulichen Beispielen. Bevor man Schere oder Messer ansetze müsse man unterscheiden, was Erneuerungstriebe und Fruchtholz seien und welche Wachstumsgesetze es gebe. Auf keinen Fall solle man in übertriebenem Aktionismus die Fruchtspieße abschneiden, denn an denen hängen im Herbst die Früchte.Einige beherzte wenige Schnitte seien sinnvoller als viele kleine. Bei alten Obstbäumen müsse oft auch das Wachstum wieder angeregt werden, damit sich neues tragfähiges Astwerk entwickeln kann. Deshalb sei das zeitige Frühjahr der geeignete Zeitpunkt, ideal bei trockenem frostfreiem Wetter, damit sich an den Schnittwunden möglichst keine Krankheitserreger absetzen können. Auch auf eine Desinfektion der Werkzeuge müsse man größten Wert legen, damit man keine Krankheiten wie den Obstbaumkrebs von einem zum nächsten Baum übertrage. Gut geeignet ist dazu Alkohol (mind. 70 %) wie z.B. Spiritus. Darin legt man die Werkzeuge ca. 20 Min. ein und darf aufgrund der entfettenden Wirkung danach das Schmieren nicht vergessen.

Als Übungsobjekt wartete ein stattlicher Apfelbaum auf die Teilnehmer, der seit vielen Jahren nicht mehr gepflegt worden war. Unbedingt ist das Totholz aus der Krone zu entfernen.

Äste, die zu dicht stehen, sich überlagern oder bereits ineinander gewachsen sind müssen entfernt werden. Der Ausspruch: „Man muss einen Hut durch die Krone werden können“ hat durchaus seine Berechtigung, wenngleich es nicht ganz so eng zu sehen sei.

Enorm wichtig sei es, so Pompe, dass man einen Baum, der lange Zeit nicht geschnitten wurde nicht auf einen Sitz zurechtstutzt. Große Eingriffe sollten unbedingt auf 2-3 Jahr verteilt vorgenommen werden. Bei der richtigen Anwendung der verschiedenen Kenntnisse könne ein Obstbaum für viele Jahrzehnte regelmäßig hohe Erträge mit großen, schönen Früchten liefern. Nach einer wärmenden Kaffeepause legten die Kursteilnehmer obwalten der Temperaturen gerne selbst zur Übung Hand an die Schnittwerkzeuge.

Am Ende waren alle begeistert, wie mit relativ wenig Aufwand der Baum wieder in Form gebracht worden war.

 

11.2.2012 Marmor